Fachberater

Der Monat August beschert vielen von uns wieder Rekordernten aus unserem Nutzgarten. 🙂 Damit diese jedoch gelingen, sollte die Versorgung der Pflanzen mit Wasser bei den oft heißen und trockenen Temperaturen im Vordergrund stehen. Dabei ist ein gießen mit der Gießkanne effektiver als mit einem Gartenschlauch. Die Pflanzen bekommen zielgerichtet Wasser, die Plätter werden nicht nass (weniger Krankheiten z.B. Braunfäule an Tomaten) und das Wasser kann den Boden besser durchdringen. Auch Regelmäßigkeit beim Gießen verspricht eine gute Ernte (Gurken werden nicht bitter und Möhren platzen nicht auf).

Gemüse wie Kohlarten, Salat, Zucchini, Tomaten und Gurken jetzt immer wieder ernten. Bei Tomatenpflanzen das Entfernen der Seitenbetriebe nicht vergessen, damit die Pflanze alle Kraft in das Reifen der Früchte investieren kann. Zwiebeln werden dann geerntet, wenn das Laum vertrocknet oder umfällt. Für den Vorratsschrank jetzt die Kräuter ernten und nach Bedarf trocknen oder einfrieren.

Auch viele Beerensträucher werden jetzt im August geerntet. Dabei ist es günstig diese auszulichten (Sommerschnitt) um die Bildung von kräftigen Fruchtholz zu fördern.

Das Auslichten bzw. ein Formschnitt ist jetzt auch im Ziergarten angesagt. So werden z.B. Buchsbaum, Lebensbaum oder Buchenhecken ein zweites Mal geschnitten und in Form gebracht. Für immergrüne Laubgehölze z.B. Rhododendron ist dieser Monat die beste Pflanzzeit. Bis zum Winter können sich diese Pflanzen besonders gut kräftigen um uns mit ihrer Blütenpracht im nächsten Jahr zu erfreuen.

Auf der Zielgeraden zum Herbstanfang am 22. September werden nicht nur die Tage spürbar kürzer, auch unsere Pflanzen beginnen langsam das Wachstum einzustellen und sich auf die Wintermonate vorzubereiten.

Wie können wir dabei helfen, dass diese den Winter gut überstehen und uns im nächsten Jahr mit frischen Trieben und vielen Blüten wieder erfreuen?

Das Zauberwort heißt: „Richtig Düngen“.

Um die Pflanzen zu stärker und Reifeprozess der Zellen zu fördern düngt man am besten mit einem Phosphor – bzw. Kalihaltigen Produkten aus dem Fachhandel. Vermeiden sollte man reinen Stickstoffdünger, um ein Wachstum der Pflanzen jetzt nicht noch anzuregen.

Im September ist aber nicht nur Düngen angesagt, es ist auch Ernte- und Pflanzzeit. So ist jetzt der ideale Zeitpunkt Rasen anzulegen oder auszubessern. Die heißen Temperaturen haben ein Ende und der Boden ist warm genug das Saatgut schnell keimen zu lassen.

Wer im letzten Monat keine Gelegenheit hatte immergrüne Pflanzen wie z.B. Rhododendron oder Stauden wie Phlox zu pflanzen oder zu versetzten, kann dies im September nachholen. Im warmen Boden bilden die Pflanzen kräftige Wurzeln und sind so für die harten Wintermonate gerüstet. Tulpen oder Hyzinthen werden bis zum ersten Frost gesetzt. Das Pflanzloch sollte dabei mindestens doppelt, manchmal auch dreimal so tief wie die Zwiebel hoch ist sein (Verpackungshinweis beachten). Wer das Pflanzloch mit etwas Sand auffüllt, verringert das Risiko, dass Zwiebeln bei der Nässe schnell faulen.

Im Obstgarten werden jetzt viele Äpfel und Birnen reif. Die Früchte pflücken, wenn sie sich mit einem leichten Dreh vom Stiel lösen lassen. Fallobst sollte man nicht liegen lassen um Schädlingen keine Nahrungsgrundlage zu bieten.

Dass sich die Gartensaison dem Ende entgegen neigt, bemerken wir schon seit dem letzten Monat. Die Tage sind nach der Zeitumstellung im Oktober jetzt noch kürzer und die Temperaturen gehen langsam in den Keller.

Mit der Gartenarbeit ist aber auch im November noch nicht Schluss. So ist bei vielen Obstbäumen jetzt der richtige Zeitpunkt für den Herbstschnitt, welche man im Frühjahr zu einem kräftigen Wachstum anregen will.

Viele Obstgehölze wie z.B. Brombeere, Himbeere, Apfel oder Sauerkirsche können noch gepflanzt werden, sie haben bis zum Beginn stärkerer Fröste Zeit, gut anzuwachsen.

Die Blätter, die auch jetzt zum Teil noch zahlreich von den Bäumen fallen, müssen nicht immer komplett entsorgt werden. Bei vielen Schattenstauden z.B. Funkie oder Geißbart eignen sie sichzum Schutz vor starkem Frost. Von unserem lichthungrigen Zierrasen sollte das Laub jedoch entfernt werden, damit keine braunen oder kahlen Stellen entstehen.

Beim Pflanzen von Bäumen und Sträuchern kann z.B. halbzersetztes Laub mit eingearbeitet werden. Gleiches ist auch beim Umgraben unserer Gemüsebeete zu empfehlen, der Boden ist dann für das Frühjahr gut vorbereitet.

Bis zum ersten Bodenfrost können viele Blumenzwiebeln noch gesteckt werden.

Für die Ernte von Küchenkräutern wird es jetzt höchste Zeit. Da die meisten Kräuter nicht winterhart sind, werden diese geerntet, getrocknet und erfreuen uns so auch im Winter.

Um Frostschäden in unserem Rosengarten zu vermeiden ist folgendes zu empfehlen:

  • Veredlungsstelle mit Laub, Tannenreisig oder Rindenmulch abdecken.
  • Bei Kletterrosen lange Triebe einkürzen um ein Abnicken durch Schneelast zu vermeiden.